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#1Unwelten Essays
Diskurs
Veröffentlicht
*
Essays über Unwelten

Das erste Essayband #1Unwelten der Reihe Eroding Grounds widmet sich der Frage: Wann kippen Umwelten zu Unwelten? Die Autor*innen beleuchten aus verschiedenen Fachrichtungen und persönlichen Erfahrungen aktuelle Phänomene irreversibler Erosionsprozesse: im Ökologischen, im Privaten, im Planetaren. 

Im ersten Beitrag interviewt die transdisziplinäre Forschungsgruppe Augmented Ecospheres den Geowissenschaftler Wilfried Haeberli. Er beschreibt die dramatischen Langzeitfolgen und unwiderrufliche Transformation der Hochgebirgslandschaften in der Schweiz sowie global. Aufgrund des Auftauens des Permafrosts im Zuge der menschgemachten Erderwärmung beginnen Berge zu stürzen, Lebensräume zu schwinden (ganze Dörfer werden begraben, wie Blatten 2025) und Sicherheitsgarantien zu bröckeln. Laut Haeberli sind wir bereits in eine Zeitgeschichte eingetreten, die es in den Bergen so noch nie gab und durch die uns der Rückbezug auf Historie, gelebte Erfahrungen und tradiertes Wissen nicht mehr alleine navigieren kann.      

Im zweiten Beitrag beschäftigt sich die Kulturwissenschaftlerin und Dramaturgin Anna Bertram mit dem Bröckeln der psychischen Belastbarkeit unter der schieren Last von Krisen, Kriegen und Katastrophen. Der Burnout wird hier viel weniger als ein Ausbrennen beschrieben, denn als ein zunehmendes Auseinanderdriften der Selbstwahrnehmung und der materiellen Wirklichkeit. Wo die Welt uns abhanden kommt, da gibt es nichts mehr, mit dem wir in Resonanz treten – an dem wir uns reiben – können und wir drehen uns ungebremst immer schneller um uns selbst. Bis zum Kotzen. Knietief im Magensaft stehend, erwartet uns dann immerhin die Erleichterung.

Der dritte Beitrag von der Medizinerin und Aktivistin Bea Albermann ist ein fulminantes Manifest, sich gegen die Ohnmacht und die Vereinzelung im Aktivismus zu wehren. Viele gesellschaftliche Transformationen und wichtige demokratische Errungenschaften haben sich zu Beginn aussichtslos angefühlt und waren im Nachhinein erfolgreich, weil dennoch nicht aufgegeben wurde. Sie macht aber auch deutlich, wie dringlich die Lage ist. In ihrem Essay legt sie den Planeten Erde auf die Patientenbank und kommt zu verheerenden Befund. Wir müssen uns für eine planetare Gesundheit einsetzen, nicht alleine, sondern im Kollektiv.

Das Essayband kann bei uns auf Anfrage bestellt werden.

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Infos zum Projekt
Titel
#1Unwelten Essays
Untertitel
Essayband zum Thema Unwelten
Veröffentlichung
30.04.2026
Status
Veröffentlicht
Genre
Diskurs
Seitenzahl

64 Seiten

Sprache
Deutsch
*
Mitwirkende / Credits

Hier werden alle Credits in folgender Form platziert: Funktion Vorname Nachname

Dank an Kulturhaus Helferei

Förderung
Förderer
Stadt Zürich Kultur
Ernst Göhner Stiftung
Cassinelli Vogel Stiftung
Herausgegeben von
Mona De Weerdt
Benjamin Burger
Autor*innen
Forschungsgruppe Augmented Ecospheres
Patrick Müller
Wilfried Haeberli
Anna Bertram
Bea Albermann
Grafik
Benjamin Burger
Kategorien:
Essay
Buch
Dokumentarisch
Literarisch
Persönlich
Klima

Wann?

Derzeit sind keine Termine geplant.

Bilder

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Zitate

#1Unwelten Essays

Aus der Sicht des Permafrostes gesprochen, geht es ihm heute schlecht, er ist 'krank'

(Wilfried Haeberli)

#1Unwelten Essays

Mit dem Klimawandel haben wir es mit einem Phänomen zu tun, das den Permafrost völlig aus dem Gleichgewicht bringt und sich drastisch auf die Sicherheit in den Hochgebirgen auswirkt. Wir befinden uns

(Wilfried Haeberli)

#1Unwelten Essays

Die Entwicklung ist zu weit fortgeschritten. Wir können die Geschwindigkeit einer unguten Entwicklung dämpfen. Das liegt in unserer Hand. Aber wir können sie für viele zukünftige Generationen nicht me

(Wilfried Haeberli)

#1Unwelten Essays

Da sitze ich also an der achten Fassung dieses Essays, Wochen nach ursprünglich geplanter Abgabe. Die Frist schneidet mir in einen Teil meiner Brust, den ich nicht genau verorten kann. Wie so oft auch

(Anna Bertram)

#1Unwelten Essays

… ökonomisch gesprochen werde ich sogar für meinen körperlichen und psychischen Zusammenbruch letzten Sommer belohnt – ich nutze mein Burnout als feuilletonistische Ressource. Das fühlt sich fast nach

(Anna Bertram)

#1Unwelten Essays

Es gibt keinen Endpunkt in dieser sich ständig reflektierenden Denkspirale.

(Anna Bertram)

#1Unwelten Essays

Erschöpfung entsteht also vielleicht genau an dieser Schwelle, an der maximale Selbstgestaltung auf minimale Sinnschöpfung trifft.

(Bea Albermann)

#1Unwelten Essays

Auch die Klimakrise ist bereits heute ein medizinischer Notfall. Sie gilt sogar als die grösste existierende Bedrohung für unsere Gesundheit. Was braucht es also jetzt in diesem systemischen Notfall,

(Bea Albermann)

#1Unwelten Essays

Der Krisenmuskel, obwohl in keinem Anatomiebuch zu finden, ist dennoch kraftvoll genug, um mich aus der Ohnmacht ins Handeln zu bringen. Vom Erstarren in Bewegung.

(Bea Albermann)

Zitate aus → #1Unwelten Essays