Seit 2013 betreibt Extraleben business as unusual. Mit ihren akribischen Arbeiten loten sie die Genregrenzen des Theaters und der Performance aus. Sie bedienen sich sowohl dokumentarischer als auch fiktionaler Mittel, als Versuch, die Wirklichkeit in ihrem Schwindel [[spiral-anim]] zu erfassen.
Business as unusual
Extraleben macht Theater am Ende der Illusionen. Thematisch und stilistisch verorten sich die Produktionen von Extraleben in einer sinnlich erhöhten Form des Diskurstheaters und untersuchen die Pathologien des heutigen Hyper- oder auch Zu-Spät-Kapitalismus.
Ging es in der Debütproduktion Yet Another World (2013) noch um die sich auflösende Grenze von Realitäten zu Virtualitäten, beschäftigen sich die nachfolgenden Arbeiten mit den glatten Fiktionen unserer sozialen und politischen Wirklichkeiten und deren Bruchstellen. In den vielfältigen sich gegenwärtig überlagernden Krisen spüren die Arbeiten von Extraleben der zunehmenden sozialen, ökologischen und politischen Erosion unserer Lebenswelten und einem damit einhergehenden endzeitlichen Lebensgefühl nach. Die inhaltlichen Auseinandersetzungen basieren auf dem Versuch der schwindelerregenden Realität selbst, durch spiralförmige Suchbewegungen und nicht-linearen Erzählformen gerecht zu werden. Die Stücke begegnen den Widersprüchen unserer Lebensweisen nicht mit Vereindeutigung – nichts soll hier auf den Punkt gebracht werden–, sondern mit Brüchen, Unschärfen, Komplexitäten und erratischen Erzählsträngen zwischen Dokumentation, Fiktion und Fabulation. Dabei werden Motive des Kitschs und der Popkultur mit tiefgehenden und kritischen Auseinandersetzungen mit zeitgenössischen Diskursen vermischt: Pop-Hyperfiction.
Die Arbeiten von Extraleben entstehen in ergebnisoffenen, kollaborativen und explorativen Prozessen und lassen sich nicht auf ein Genre oder eine Ästhetik festlegen, sondern bestechen durch eine interdisziplinäre Formatvielfalt. Die Verschränkung von Genres wie Tanz, Theater, Konzept- oder Medienkunst führt im Arbeitsprozess zu unkonventionellen Theaterformen zwischen Installation, Choreografie, Kunstereignis und audiovisueller Performance. Die Zuschauer:innen werden zu Besucher:innen dieser Settings, sie betreten intellektuelle Denk- wie auch sinnliche Begegnungsräume: Anti-Fun-Parks, die sich einer einfachen Konsumierbarkeit widersetzen und die dazu auffordern, sich darin zu verorten und eine eigene Perspektive einzunehmen. Theater als Coping-Strategie.
In Case of Emergency
Solastalgia
Crush
Slowburn
The Cure
Die Null Protokolle
Das Maddock Manifest
0
A Lovely Piece of Shit
Yet Another World
Te
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Extraleben
Allmendstrasse 151
CH–8041 Zürich
Switzerland
