Glitchland ist eine immersive 1:1 VR-Performance und Weiterentwicklung von Happily Ever After. Sie untersucht die Erschöpfung von Klassenaufsteiger:innen und die Zwischenwelten sozialer Mobilität. Das Publikum betritt einzeln die Kapelle des Kulturhaus Helferei, setzt eine VR-Brille auf und trifft auf eine hyperrealistische Avatar-Kopie von Benjamin Burger. In einem intimen Monolog erzählt der Avatar von seinem Leben als «Glitch» – einem statistisch unwahrscheinlichen Bildungsweg, geprägt durch eine fingierte Realität seiner Kindheit. Die Angst, dass diese Fake-Realität zusammenbricht, erzeugt Erschöpfung und führt dazu, dass Benjamin sich schließlich hinter einem unermüdlichen Stellvertreter-Avatar versteckt.
Nach 20 Minuten VR-Performance erscheint eine Schauspielerin als Benjamin und begleitet die Person auf einem Spaziergang durch Zürich. Dort erweitern sich die Fragen auf gesellschaftliche und ökologische Ebenen: Kann ein «falsches Leben im Falschen» existieren, und wie gehen wir mit einer offensichtlich glitchenden Welt um?
Glitchland verbindet soziale Herkunft, Impostor-Syndrom und Klassen-Erschöpfung mit der Möglichkeit virtueller Welten. Formal-ästhetisch nutzt es VR, um persönliche, politische und ökologische Dimensionen von Erschöpfung zu verhandeln und macht die «glitchende Realität» erlebbar.