Als eine Münze in einem Snack-Automaten stecken bleibt, wird Ben von einem Sturm negativer Gefühle überwältigt. Eine Coaching-App begleitet ihn fortan als emotionaler Guide. Sie soll ihm dabei helfen seine inneren Wetterlagen zu beruhigen, während sich das reale Klima immer weiter gefährlichen Kippunkten annähert.
Für Happily Ever After beschäftigte sich Extraleben mit den Rhetoriken von Glücksratgebern in Zeiten der Klimakrise. Schenkt man den Ratgebern Glauben, dann ist persönliches Glück nur eine Frage der inneren Einstellung: Der Mensch sei von Natur aus auf Negativität gepolt und müsse sich – um glücklich zu werden – auf Positivität umpolen. Kennen wir nicht ähnliche Allmachtsfantasien in der Kontrolle von Naturgewalten? Coaching-Apps wie Happify oder KIs wie Chat-GPT fungieren dabei als digitales Konterfei, um sich ständig selbst zu vermessen und die eigene innere Natur zu überwinden. Glück wird zur Technologie.
Happily Ever After vermischt lustvoll Autobiografie, Dokumentation und Klima-Fiktion zu einer pointierten Gegenwartsreflektion. Auf der Bühne treten der Performer Benjamin Burger und ein in der Game Engine Unreal 5 entwickelter hyperrealistischer Doppelgänger in ein humorvolles und vielschichtiges Zwiegespräch.

















